Wer seiner Hausapotheke ein besonderes, selbstgemachtes Heilmittel hinzufügen möchte, sollte unbedingt ein Kapuzinerkresse Öl ansetzen. Die leuchtenden Blüten und würzigen Blätter dieser Pflanze sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind auch kleine Kraftpakete voller wertvoller Inhaltsstoffe. Besonders interessant: Kapuzinerkresse ist bekannt für ihre antibiotische Wirkung und kann somit unser Immunsystem unterstützen.
In diesem Artikel erfährst du, wie du Kapuzinerkresse verarbeiten kannst, wie du dein eigenes Öl herstellst und welche leckeren Rezepte du außerdem mit der Pflanze ausprobieren kannst.
Inhalt
Die Verwendung von Kapuzinerkresse
Die Kapuzinerkresse ist eine wahre Allrounderin. Sie wird nicht nur als Zierpflanze in Gärten geschätzt, sondern hat auch in der Küche und Naturheilkunde einen festen Platz. Die hübschen, bunten Blüten verleihen Salaten, Aufstrichen oder Desserts eine fröhliche Optik und bringen eine leicht scharfe, kresseartige Note mit.
Gleichzeitig punktet die Pflanze mit wertvollen Senfölglykosiden, die für ihre antibakterielle Wirkung bekannt sind. Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen Kapuzinerkresse zur Stärkung des Immunsystems oder als sanfte Hilfe bei Erkältungen, Halsentzündungen und Harnwegsinfekten.
Senfölglykoside (Glucosinolate) sind auch in vielen anderen Pflanzen der Ordnung der Kreuzblütler (Brassicaceae) zu finden, wie Senf, Kresse oder Meerrettich, die zu den Wildpflanzen am Wegesrand gehören.
In der Küche dient sie als würziges Extra, in der Naturmedizin dagegen als Heilpflanze mit großem Potenzial.
Kapuzinerkresseblätter, -blüten und -samen
Bei der Kapuzinerkresse werden nahezu alle Teile verwendet. Die zarten Blätter schmecken frisch im Salat oder als würzige Garnitur auf Brot und in Suppen.
Die leuchtenden orange, rot oder gelb blühenden Blüten sind nicht nur dekorativ, sondern ebenfalls essbar und verleihen Gerichten eine besondere Note. Selbst die Samen sind nicht zu unterschätzen – sie lassen sich wie Kapern einlegen und ergeben eine pikante Beilage.
Diese Vielseitigkeit macht die Kapuzinerkresse zu einem echten Schatz im Garten. Gleichzeitig kannst du mit ihren Blättern, Knospen, Blüten und Samen eine ganze Palette an Hausmitteln und Köstlichkeiten selbst herstellen. Viele weitere essbare Wildkräuter erweitern die Palette an Aromen, Geschmäckern und Düften für deine Küche.

Kapuzinerkresse: Heilwirkung als natürliches Antibiotikum
Die Heilwirkung der Kapuzinerkresse (lateinisch Tropaeolum majus) ist inzwischen auch wissenschaftlich anerkannt. Besonders die enthaltenen Senföle wirken antibakteriell, antiviral und sogar pilzhemmend. Deshalb wird die Pflanze gerne als natürliches Antibiotikum bezeichnet.
Schon in der Volksmedizin wurde sie bei Husten, Bronchitis, Blasenentzündungen und Infekten der Atemwege und der Harnwege eingesetzt. Anders als chemische Antibiotika greift sie dabei nicht die gesunde Darmflora an, sondern unterstützt den Körper sanft bei der Abwehr von Keimen und ist immunstärkend.
Als Kapuzinerkresse Öl lässt sich die Wirkung noch praktischer nutzen, da das Öl die Inhaltsstoffe konserviert und vielseitig anwendbar macht – äußerlich oder innerlich.
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Kapuzinerkresse gehören:
- Senfölglykoside (Glucotropaeolin) – verantwortlich für die antibiotische Wirkung
- Vitamin C – stärkt das Immunsystem
- Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium
Tipp: Auch eine andere bekannte Powerpflanze kann dich im Alltag unterstützen: die Brennnessel. Probier einmal den Brennnessel-Sirup selbst herzustellen und anzuwenden.
Kapuzinerkresse verarbeiten
Wenn du Kapuzinerkresse verarbeiten möchtest, stehen dir zahlreiche Möglichkeiten offen. Du kannst sie frisch ernten und sofort in Salaten oder Aufstrichen genießen. Für eine längere Haltbarkeit eignet sich das Einlegen in Öl, Essig oder Salzlake. Auch das Trocknen der Blätter und Blüten ist eine Option, um sie später für Tee oder als Gewürz zu verwenden.
Ein weiterer Klassiker ist das Herstellen von Kapuzinerkresse-Pesto oder einer Paste und die eingelegten Kapuzinerkresse-Samen, die wie Kapern schmecken.
Besonders wertvoll wird die Pflanze jedoch, wenn du sie in Öl ausziehst, denn so bleiben viele Wirkstoffe erhalten und das Öl kann vielseitig genutzt werden.
Kapuzinerkresse Öl selber machen: Rezept
Jetzt kommt der interessanteste Teil: das Kapuzinerkresse Öl selbst herzustellen. Dabei werden frische Blätter und Blüten in hochwertigem Öl ausgezogen, sodass die wertvollen Inhaltsstoffe in das Öl übergehen. Der Vorgang ist einfach und erfordert nur etwas Geduld.
So erhältst du ein natürliches Heilmittel, das du innerlich einnehmen oder äußerlich anwenden kannst. Besonders im Herbst und Winter ist es eine wertvolle Unterstützung für das Immunsystem.
Zutaten, Anleitung & Verwendung
Für dein eigenes Kapuzinerkresse Öl brauchst du nur wenige Zutaten:
- eine Handvoll frische Kapuzinerkresseblätter und einige Blüten
- hochwertiges Öl (z. B. Olivenöl oder Rapsöl)
- ein sauberes Schraubglas
- Zubereitung: die frischen Pflanzenteile klein schneiden und in das Schraubglas füllen. Vollständig mit Öl übergießen, sodass nichts herausschaut. Verschließe das Glas und stelle es an einen warmen, aber dunklen Ort. Bei Raumtemperatur etwa zwei bis drei Wochen ziehen lassen. Zwischendurch immer mal wieder schütteln. Danach das Öl abseihen und in einer dunklen Flasche aufbewahren.
Die Verwendung ist vielseitig:
Innerliche Einnahme: ein bis zwei Teelöffel täglich. Am besten als Kur über einige Wochen.
- Stärkung des Immunsystems (enthält reichlich Vitamin C)
- Antibakteriell (enthält Senfölglykoside) bei Erkältungen, Harnwegsinfekten, Blasenentzündung, Atemwegsinfekten
- Schleimlösend bei Schnupfen, Nebenhöhleninfekten
- Verdauungsfördernd, wirkt allgemein anregend auf die Verdauung
Äusserliche Anwendung:
- Kapuzinerkresse hat entzündungshemmende Eigenschaften. Das Öl kann äußerlich bei Hautirritationen, zur Wundheilung oder bei Akne zur Hautpflege und Regulation der Talgdrüsen verwendet werden.
- Bei leichten Muskelverspannungen wird das Öl auf die schmerzenden Stellen einmassiert.

Kann man Kapuzinerkresse essen?
Vielleicht fragst du dich, ob Kapuzinerkresse essbar ist. Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Sie ist nicht nur essbar, sondern auch eine wahre Delikatesse. Ihr würzig-pikanter Geschmack erinnert ein wenig an Kresse oder Rettich und verleiht vielen Gerichten eine besondere Note. Zudem versorgt sie dich mit wertvollen Vitaminen wie Vitamin C und Mineralstoffen.
Menschen mit empfindlichem Magen probieren am besten zuerst wenig, ob sie die scharf-würzige Note vertragen.
Kapuzinerkresse Blätter sind essbar im Salat
Die frischen Blätter der Kapuzinerkresse eignen sich perfekt für bunte Sommersalate. Ihr leicht scharfer Geschmack harmoniert wunderbar mit milden Zutaten wie Tomaten, Gurken oder Mozzarella. Auch in grünen Smoothies oder als Brotbelag sind die Blätter ein echter Geheimtipp. Hast du Kapuzinerkresse im Garten? Perfekt, am besten pflückst du sie direkt frisch aus dem Garten, denn dann sind sie besonders aromatisch und voller Nährstoffe.
Essbare Blüten der Kapuzinerkresse als Dekoration
Die roten Blüten oder gelben Blüten der Kapuzinerkresse sind ein Highlight auf jedem Teller. Ob als Dekoration für Suppen, Desserts oder Hauptgerichte – sie bringen nicht nur Farbe ins Spiel, sondern auch einen angenehm würzigen Geschmack. Besonders beliebt sind sie als Hingucker auf Käseplatten oder in Sommersalaten. Zudem enthalten die Blüten ebenfalls wertvolle Senföle, die gesundheitsfördernd wirken.

Kapuzinerkresse Rezepte zum haltbar machen
Wenn du deine Ernte länger genießen möchtest, gibt es viele tolle Rezepte, mit denen du Kapuzinerkresse haltbar machen kannst. So kannst du auch im Winter noch von ihren besonderen Aromen profitieren. Hier sind einige Möglichkeiten, die besonders beliebt sind.
Kapuzinerkresse Essig
Ein selbstgemachter Kapuzinerkresse-Essig ist schnell zubereitet und gibt Salaten eine würzig-scharfe Note. Zubereitung:
- Blätter und Blüten klein schneiden und locker in ein sauberes Schraubglas füllen
- mit Apfelessig oder Weißweinessig übergießen.
Nach zwei bis drei Wochen hat der Essig die Aromen angenommen. Danach abseihen und in Flaschen mit Dosierer abfüllen.
Tipp: Ein Teelöffel Kapuzinerkresse Essig in ein Glas Wasser gegeben, hat eine heilsame, anregende Wirkung auf den Darm und ist ein sanftes Hausmittel. Er enthält wichtige Enzyme und Mineralstoffe und wirkt gegen Pilze, Bakterien und Parasiten.
Der Essig eignet sich auch so verdünnt mit Wasser als Gurgellösung zur Entgiftung der Mundschleimhaut und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Hier kannst du auch eine Kapuzinerkresse Tinktur herstellen und sie ähnlich anwenden wie den Essig.
Kapuzinerkresse-Pesto oder Paste
Mit Kapuzinerkresse-Pesto lässt sich der würzige Geschmack perfekt konservieren. Zusammen mit Nüssen, Parmesan und Olivenöl ergibt sich eine herzhafte Mischung, die als fertige Soße wunderbar zu Pasta oder frischem Brot passt. Die Zubereitung ähnelt dem klassischen Basilikumpesto, nur dass du hier die Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse verwendest.
Zubereitung Pesto: eine Handvoll Blätter und einige Blüten fein hacken, in ein Schraubglas geben, füge etwas Salz und 1 Esslöffel Nüsse hinzu, die vorher leicht angeröstet wurden (Pinienkerne, Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne) und 1 bis 2 Esslöffel geriebenen Parmesan und übergieße mit Pflanzenöl. Alles gut mit einem Stabmixer pürieren.
Wenn du lieber eine Kapuzinerkresse-Paste herstellen möchtest, unterscheidet sich das Rezept nur leicht. Im Gegensatz zum Pesto enthält eine Paste meist weniger Zutaten – nur Kapuzinerkresse, Öl und etwas Salz. Dadurch bleibt der pure, intensive Geschmack der Pflanze im Vordergrund. Sie eignet sich gut als Basiszutat oder als Brotaufstrich.
Zubereitung Paste: eine Handvoll Blätter und einige Blüten fein hacken, in ein Schraubglas geben, nach Geschmack etwas salzen, ein Pflanzenöl deiner Wahl darübergießen, alles gut vermischen. Wenn du es fein püriert haben möchtest, benutze noch einen Stabmixer.
Beide Varianten haben ihren Reiz: Das Pesto überzeugt mit seiner Cremigkeit und Würze, die Paste hingegen mit der puren Essenz der Kapuzinerkresse.
Lass dich inspirieren mit weitere Rezeptideen über essbare Wildpflanzen und integriere sie in deiner Küche.
Kapern aus Kapuzinerkresse
Die Samen der Kapuzinerkresse lassen sich hervorragend, wie Kapern einlegen. Dazu werden sie in Essig, Wasser und Salz konserviert. Nach ein paar Wochen Reifezeit erhältst du eine pikante Zutat, die zu Antipasti, Salaten oder Fischgerichten passt.
Kapuzinerkresse Tee selber machen
Ein Tee aus Kapuzinerkresse ist eine einfache und sanfte Möglichkeit, ihre Wirkstoffe zu nutzen. Dafür werden die Blätter und Blüten getrocknet und sind so eine längere Zeit haltbar (ca. 1 Jahr). Für einen Tee werden 1- 2 Teelöffel bei Bedarf mit heißem Wasser aufgegossen, 10 Min. ziehen lassen, dann abseihen. Der Tee schmeckt leicht würzig und kann das Immunsystem stärken oder bei Erkältungsbeschwerden wohltuend wirken.
Der abgekühlte Tee kann auch als Mundspülung und zur Zahnfleischpflege eingesetzt werden.
Fazit
Die Kapuzinerkresse ist viel mehr als nur eine hübsche Gartenpflanze. Sie ist vielseitig verwendbar, lecker und zugleich ein echtes Naturheilmittel. Besonders das selbstgemachte Kapuzinerkresse Öl vereint die gesunden Inhaltsstoffe und lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden.
Ob als Salat, Blüten-Deko, Pesto oder Tee – mit dieser Pflanze hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich kulinarisch und gesundheitlich zu bereichern. Wenn du deine eigene kleine Hausapotheke aufbauen möchtest, ist Kapuzinerkresse ein wunderbarer Anfang.
Häufig gestellte Fragen zu: Kapuzinerkresse Öl selber machen
Wie lange ist Kapuzinerkresse Öl haltbar?
Gut verschlossen und kühl gelagert hält sich das Öl etwa drei bis sechs Monate.
Kann man getrocknete Kapuzinerkresse für das Öl verwenden?
Ja, allerdings sind frische Blätter und Blüten besser, da sie mehr Wirkstoffe enthalten.
Wie oft sollte man Kapuzinerkresse Öl einnehmen?
Ein bis zwei Teelöffel täglich reichen völlig aus, um das Immunsystem zu unterstützen.
Hilft Kapuzinerkresse Öl auch bei Hautproblemen?
Ja, das Öl kann äußerlich bei Hautunreinheiten oder kleineren Entzündungen angewendet werden.
Kann man Kapuzinerkresse Öl auch mit anderen Kräutern kombinieren?
Absolut! Besonders gut passt es in Kombination mit Thymian oder Rosmarin.
Bildquellen: Bild 1-3: Ursula Axtmann©-min.jpg, Bild 4: melon-ham-1634247_1280-min.jpg







