Großer Löwenzahn (Catalogna): ein traditionelles italienisches Gemüse
Entdecke den italienischen Großen Löwenzahn (Catalogna) – inklusive Sortenvergleich, Anbau, Nährstoffen, Zubereitungstipps und leckeren Rezepten
Inhalt:
Wenn du dich für mediterrane Küche interessierst, wirst du früher oder später auf Begriffe wie Taraxacum, Blatt-Zichorie, Catalogna oder Puntarelle stoßen – und oft herrscht dabei ziemlich viel Verwirrung.
Taraxacum ist der botanische Begriff für den klassischen Wiesen-Löwenzahn, den du aus Gärten und Wiesen kennst und er gehört zu den Korbblütengewächsen. Du kannst ihn wie andere essbare Wildkräuter genauso in der Küche genauso verwenden wie den Großen Löwenzahn. Sein Geschmack ist auch von einer leichten Bitternote geprägt. Übrigens gibt es noch viele andere Anwendungen und Verarbeitungen mit dem heimischen Löwenzahn, z.B. eine Löwenzahn-Tinktur.
Die Blatt-Zichorie hingegen gehört zu einer ganz eigenen Familie innerhalb der Zichoriengewächse. In diese Gruppe fällt auch der italienische Catalogna-Löwenzahn, der trotz seines Namens nicht direkt mit wildem Löwenzahn/Taraxacum identisch ist, der in die Familie der Korbblütengewächse gehört. Catalogna besitzt lange, schmale, gezackte Blätter mit kräftiger Bitterkeit, die wir auch in Chicorèe, Radicchio und Endivie finden. Diese Wintersalate stammen ursprünglich von einem unserer Wildpflanzen am Wegesrand, der Wegwarte ab.
Dieses besonders aromatische Gemüse ist ein echtes Traditionsprodukt aus Regionen wie Apulien oder Venetien, wo es seit Jahrhunderten in der Alltagsküche verwendet wird.
Puntarelle ist eine Unterform mit hohlen Sprossen ist, die vor allem in Rom für Spezialitäten wie „Puntarelle alla Romana“ genutzt wird. Genau diese Vielfalt macht Catalogna so interessant: Er verbindet den bitteren Chicorée-Charakter mit der Wildheit des Löwenzahns.
Der Große Löwenzahn liefert dazu noch jede Menge Vitamine wie A, C und K, Mineralstoffe sowie Bitterstoffe wie Inulin, die deine Verdauung in Schwung bringen und den Stoffwechsel unterstützen.
Probiere also unbedingt einmal dieses gesunde schmackhafte Gemüse. Du findest es bei türkischen Gemüsehändlern oder auf Hofläden und Märkten.
Italienischen Löwenzahn anpflanzen im eigenen Garten
Wenn du Lust hast, deinem Garten einen Hauch Italien zu verleihen, solltest du unbedingt den italienischen Löwenzahn ausprobieren, denn er ist nicht nur pflegeleicht, sondern auch extrem robust.
Er liebt sonnige bis halbschattige Standorte und kommt wunderbar mit gemäßigten Klimazonen zurecht, sodass er auch in deutschen Beeten hervorragend gedeiht. Du kannst bereits 6–8 Wochen nach der Aussaat die ersten jungen, milderen Blätter ernten, während ältere Blätter dann kräftiger und intensiver schmecken.
Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein, damit die Pflanze tiefe Wurzeln ausbilden kann und genügend Nährstoffe erhält. Viele Gärtner empfehlen, Catalogna gelegentlich leicht anzuhäufeln, um die inneren Blattsprossen etwas zu bleichen und dadurch zarter zu machen.
Tipp: Die Bitterkeit lässt sich reduzieren, indem man die Pflanze ein paar Tage vor der Ernte leicht schattiert.
Eine regelmäßige Nährstoffzufuhr garantiert, dass Catalogna besonders üppig wächst und die typisch knackigen Blattrippen entwickelt, für die er in der italienischen Küche so geschätzt wird.
Wo bekomme ich Samen für die Riesen-Löwenzahn Pflanze?
Du bist interessiert und möchtest gerne selbst anbauen? Du bekommst Löwenzahn-Samen für die italienische Catalogna-Variante mittlerweile sehr problemlos online oder in gut ausgestatteten Gartencentern.
Tipp: Achte darauf, dass das Saatgut ausdrücklich als „Cicoria Catalogna“, „Catalogna Puntarelle“ oder „Italienische Blatt-Zichorie“ gekennzeichnet ist, damit du auch wirklich die italienische Kulturform kaufst und nicht den heimischen wilden Löwenzahn.
Besonders hilfreich ist es, auf Bio-Saatgut oder samenfeste Sorten zu setzen, die eine hohe Keimrate und stabile Wuchseigenschaften bieten. Viele Händler geben auch Hinweise zur Aussaatzeit an – optimal ist meist der Zeitraum von März bis August.
Auch mediterrane Feinkostläden führen oft italienische Saatgutmarken, und in Garten-Communities oder Pflanzen- und Samenbörse findest du manchmal sogar seltene Unterarten, die besonders aromatisch oder besonders mild sind. Wenn du gerne experimentierst, lohnt es sich, mehrere Sorten von Catalogna zu testen, denn jede hat ihren ganz eigenen Grad an Bitterkeit und Struktur.
Wie groß ist ein Löwenzahn?
Wie groß ist der italienische Catalogna eigentlich? Der vermeintliche Riesen-Löwenzahn wirkt beeindruckend, bleibt aber absolut gartenfreundlich. Die Blätter erreichen je nach Sorte und Standort zwischen 30 und 60 Zentimeter Länge, manche Puntarelle-Varianten sogar etwas mehr. Lass ruhig einige Wildkräuter, die sich zwischen de Großen Löwenzahn Pflanzen ansiedeln, stehen, sie können dein Beet und deine Küche bereichern.
Während der wild wachsende Löwenzahn meist nur kleine, flach am Boden liegende Rosetten bildet, wächst Catalogna straff nach oben und entwickelt kräftige Blattrippen. Die inneren Sprossen sind je nach Sorte unterschiedlich stark ausgeprägt: Bei Puntarelle wachsen dicke, hohle Knospen, während klassische Catalogna-Sorten eher lange, schmale Blätter hervorbringen.
Mit guter Pflege, ausreichend Wasser und einem nährstoffreichen Boden wird deine Catalogna-Pflanze schnell zu einem üppigen Blickfang im Beet, den du vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein regelmäßig ernten kannst – und je öfter du schneidest, desto buschiger wächst sie.
Großer Löwenzahn: Rezepte zum Ausprobieren als Gemüse und als Salat
Es gibt unzählige Möglichkeiten, Großen Löwenzahn zuzubereiten, und genau das macht dieses Gemüse in der italienischen Küche so wertvoll. Catalogna kann roh, blanchiert, gedünstet oder gebraten verwendet werden und eignet sich hervorragend für herzhafte Gemüsegerichte, knackige Salate oder aromatische Pasta-Kombinationen.
Tipp: Die leicht bittere Note harmoniert perfekt mit Knoblauch, Chili, Zitrone, Olivenöl oder kräftigem Käse wie Pecorino.
Wenn du den Geschmack mildern möchtest, kannst du die Blätter kurz in Eiswasser legen oder 2–3 Minuten blanchieren. Die dickeren Stängel bleiben schön bissfest und bringen eine spannende Textur in jedes Gericht. Hier findest du einige beliebte Verwendungsmöglichkeiten:
- als knackiger Salat mit Zitronendressing
- als mediterranes Pfannengemüse
- als Pasta-Beilage mit Knoblauch und Olivenöl
- als mild gedünstete Beilage ähnlich wie Spinat
So wird Catalogna schnell zu einem deiner liebsten Gemüsesorten, weil er sowohl frisch als auch warm einfach genial schmeckt.
Catalogna Gemüse auf italienische Art: Zubereitung

Catalogna-Gemüse hat durch die in den Blättern enthaltenen Bitterstoffe einen intensiven Geschmack. Durch die richtige Zubereitung lässt sich dies wunderbar ausbalancieren. Die klassische italienische Methode besteht darin, die Blätter inklusive der dicken Rippen kurz zu blanchieren, um die stärksten Bitterstoffe auszuschwemmen.
Danach werden sie z.B. in einer Pfanne mit bestem Olivenöl, fein gehacktem Knoblauch, Chili und einem Spritzer Zitronensaft geschwenkt, wodurch ein herrlich aromatisches, mediterranes Gemüse entsteht.
Viele Köche lassen zusätzlich ein paar Sardellenfilets in der Pfanne zerfallen, die dem Gericht Tiefe verleihen, ohne dabei fischig zu schmecken. Eine weitere tolle Kombination ist die Ergänzung mit weißen Cannellini-Bohnen oder jungen Kartoffeln, denn dadurch wird die Mahlzeit sättigender und bekommt eine wundervolle Cremigkeit. Egal, welche Variante – Catalogna bleibt beim Anbraten schön knackig und entwickelt ein unverwechselbares, leicht herbes Aroma.
Italienischer Löwenzahn als Salat, Rezept: Catalogna-Salat mit Zitrone und Olivenöl
Ein besonders beliebtes und traditionelles Gericht ist dieser herrlich aromatische Salat mit Catalogna-Blättern, mit Olivenöl und der Frische von Zitrone.
Rezept für vier Portionen:
- Nehme 2 Bund Catalogna, putzen, gut waschen, dicke äussere Stiele entfernen, in mundgerechte Stücke schneiden. In kochendem Salzwasser 2-3 Min. blanchieren, abtropfen lassen.
- Eine Marinade bereiten: Saft von 1 Zitrone, Salz, frisch gemahlener Pfeffer, 1-2 zerquetschte Knoblauchzehen, 2 EL Olivenöl extra vergine = alles miteinander vermischen.
Wer den Geschmack intensivieren möchte, kann noch geröstete Pinienkerne oder knusprigen Speck dazugeben. Der Catalogna-Salat ist eine wunderbare Vorspeise (lauwarm servieren) und eignet sich als mediterrane Beilage zum Hauptgericht mit Fisch oder Fleisch.
Italienischer Löwenzahn gebraten, Rezept als Gemüse (Cicoria ripassata)

Zutaten und Rezept:
1 großer Catalogna: entferne die großen Aussenblätter, die inneren Knospen (auch Puntarelle genannt) längs etwas kleinschneiden, 2 EL Olivenöl, 1-2 Knoblauchzehen, 2 Sardellenfilets, 1/2 Peperoncino entkernt + fein geschnitten, 2 EL frisch gepresster Zitronensaft, Salz nach Geschmack, frisch gemahlener Pfeffer.
- Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Sardellenfilets zugeben, bis sie sich auflösen
- Peperoncino zugeben, 1 Min. weiter schmoren
- Catalogne-Knospen zugeben und braten, bis sie leicht Farbe annehmen
- Knoblauch pressen und zugeben, weiter schmoren, mit Zitronensaft, Salz + Pfeffer abschmecken
Garzeit ca. 10-20 Min., je nach Bissfestigkeit. Die großen äusseren Blätter können auch kleingeschnitten nach der Hälfte der Garzeit zugegeben werden (oder extra zubereitet).
Als leichte Vorspeise reicht man frisches Brot und Pecorino-Käse dazu. Kombiniert mit Pasta, z.B. Orecchiette (original aus Apulien) schmeckt es als Hauptgericht wunderbar aromatisch und ist sättigend. Falls du Appetit auf weitere 10 typische Gerichte der italienischen Küche in Apulien/Puglia bekommen hast, lass dich inspirieren mit weiteren leckeren Gerichten.
Fazit
Der Große Löwenzahn ist ein wahres Geschenk für alle, die mediterrane Aromen lieben und gerne neue Gemüsevarianten ausprobieren. Mit seinem leicht bitteren, frischen Geschmack, seiner überraschenden Vielseitigkeit und seinen intensiven Nährstoffen bringt er nicht nur Abwechslung auf deinen Teller, sondern auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe in deine Ernährung.
Ob roh im Salat, als würziges Pfannengemüse oder klassisch italienisch zubereitet – Catalogna lässt sich wunderbar kombinieren und verleiht Gerichten eine besondere Note. Wenn du ihn im Garten selbst anbaust, wirst du außerdem mit einer langen Erntezeit und einer robusten, pflegeleichten Pflanze belohnt.
Catalogna ist ein kulinarisches Highlight, das viel häufiger in heimischen Küchen landen sollte.
Häufig gestellte Fragen zum Großen Löwenzahn (Catalogna)
Ist italienischer Löwenzahn gesund?
Der italienische Löwenzahn ist reich an Vitamin A, C und K, liefert wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium und enthält Bitterstoffe wie Inulin, die deine Verdauung fördern und die Leber entlasten. Dadurch ist er ein echtes Superfood der mediterranen Küche.
Was kann man alles mit Löwenzahn machen?
Mit Wiesen-Löwenzahn kannst du Salate, Pfannengerichte, Suppen und Smoothies zubereiten. Die Blätter eignen sich hervorragend als Gemüse, die Blüten für Gelee oder Sirup und die Wurzeln für Tee oder Kaffee-Ersatz – ein echtes Allround-Kraut.
Wo kann ich italienischen Löwenzahn kaufen?
Du bekommst Catalogna häufig in italienischen Feinkostläden, gut sortierten Supermärkten und auf Wochenmärkten mit mediterranem Schwerpunkt. Besonders im Frühjahr und Herbst ist das Angebot groß.
Ist italienischer Löwenzahn gesund?
Ja, Catalogna unterstützt deinen Stoffwechsel, wirkt verdauungsfördernd, liefert viele Vitamine und sorgt durch seinen Bitterstoffgehalt für eine natürliche Appetitanregung und Leberunterstützung.
Italienischer Löwenzahn: wofür ist er gut?
Der italienische Löwenzahn ist ideal zur Förderung einer gesunden Verdauung, zur natürlichen Entgiftung und als nährstoffreiche Komponente in einer ausgewogenen Ernährung. Seine Bitterstoffe machen ihn besonders wertvoll.
Was ist Catalogna auf Deutsch?
Auf Deutsch bezeichnet man Catalogna als „Großer Löwenzahn“ oder „Italienische Blatt-Zichorie“. Botanisch gehört er nicht zu Taraxacum, sondern ist eine Kulturform der Zichorie.
Welche Löwenzahn Arten gibt es?
Zu Löwenzahn zählen der wilde Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum), der kultivierte italienische Löwenzahn (Catalogna), Puntarelle als Unterform sowie viele weitere Zichorienarten, die optisch ähnlich sind, aber geschmacklich variieren.







